Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem.

Feuerjäger 2: Herz aus Stein

Krona Karagin ist zurück – und mit ihr ist nicht gut Kirschen essen.

Es sieht nicht gut aus für die Schwertmeisterin und ihre Gefährten. Gyldinn, das Zauberwesen aus Feuer und Schatten, gewinnt unaufhaltsam an Macht. In einer verzweifelten Jagd verfolgen die Gefährten Gyldinn über die Grenzen des Königreichs Abrantes hinaus bis ans andere Ende der Welt. Sie kämpfen gegen Hitze, unwegsame Wälder und Untote. Als Krona in die Sklaverei verschleppt wird, scheint die Unternehmung gescheitert. Die Wege der Gefährten trennen sich. Doch Hilfe kommt von gänzlich unerwarteter Seite, und der Schlüssel zu Sieg oder Untergang liegt schließlich in den Händen der Zwerge.

Band 2 des Zweiteilers zeigt die Fülle und Farben einer Welt, von der das Königreich Abrantes nur ein kleiner Teil ist.

„Hier wird nicht in Schönheit gestorben – hier wird gekämpft, geblutet, geflucht und ebenso leidenschaftlich gestritten wie geliebt. Kein Wort zuviel, keine Sekunde langweilig.“

 

"Das ist das Wundersame an Geschichten", sagte Wolfram. "Was man für das Ende der einen halten könnte, ist in Wahrheit der Beginn einer anderen. Du bist schon längst in deiner neuen Geschichte. Sie ist voller Heldenmut und Schmerz und Liebe, und sie braucht eine großartige Heldin."


Leseprobe

Sanftes, flirrendes Licht hinter den geschlossenen Augenlidern. Knistern, Rascheln, ein Schnarren wie der Warnruf eines Eichelhähers – nur ganz anders. Geruch nach Regen und altem Laub. Hitze.

Schmerzen.

Meridias nackter Arsch. Was so weh tut, kann nicht tot sein.

Augen auf, Hauptmann, Hintern hoch. Überblick.

»Bericht«, murmelte sie heiser, doch niemand antwortete.

Etwas kitzelte ihre Handfläche. Sie zuckte, und die kleine Bewegung schickte einen blitzartigen Schmerz ihren Arm hinauf. Sie stöhnte und rollte sich zur Seite. Ihre Wange kam auf Erde und Gras zu liegen.

Sie blinzelte.

Alles war grün. Dichtes, feines Gras, das sich zwischen dichtem Gestrüpp verlor, das wiederum zahllosen armdicken Jungbäumen Platz machte, die sich im Schatten von dick bemoosten Baumriesen abmühten.

Vorsichtig drehte Krona den Kopf und sah nach oben. Das Blätterdach wölbte sich über ihr wie eine Halle, getragen von dicken, grünen Säulen. Es war dämmerig. Nebelschwaden hingen zwischen den Bäumen. Überall war Bewegung. Zitterndes Blattwerk, huschende Schatten, Farnwedel, die sich in einem kaum spürbaren Wind bewegten. Und überall war Summen, Surren, Knistern, Knacken, Zwitschern und Zirpen.

Mühsam arbeitete sie sich zum Sitzen. Übelkeit sprang sie an. Sie krümmte sich nach vorne und versuchte, sich zu übergeben, damit die Krämpfe nachließen, aber außer ein wenig bitterer Galle wollte nichts kommen.

Sie wischte sich über den Mund und sah sich um.

»Fenrir?«

Über ihr in den Baumwipfeln kreischte ein unsichtbares Tier.

»Pintel? Lomir? Irgendjemand hier?«

Sie kam auf die Knie und stemmte sich hoch. Ihr Kopf schmerzte, als sei er mit glühenden Kohlen gefüllt. Sie stützte sich an einem Baum ab und wartete, bis zumindest der Schwindel verging. Ihr Schwertarm fühlte sich taub an. Hemd- und Mantelärmel hingen in Fetzen, auf der Haut darunter zeigten sich grelle rote Streifen. Sie fasste an ihre Seite. Ihr Schwert war weg.

Panik rollte auf sie zu wie eine Gewitterfront. Sie ließ sie kommen, nahm sie in sich auf, spürte, wie ihr Herzschlag ihr die Ohren füllte, wie ihr Atem immer schneller und flacher wurde.

Drei. Zwei. Eins. Schluss.

Sie stieß den Atem aus und nahm Haltung an. Die Hitze brachte sie fast um, also zog sie zuerst den Mantel aus. Dann tastete sie nach dem Dolch in ihrem Stiefelschaft. Er war noch da. Solchermaßen bewaffnet, machte sie ein paar Schritte und sah sich um.

 

Weiterlesen? Bitte sehr ...